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Wie alles begann
Stellen Sie sich einen Menschen vor, der einen Raum
betritt und Sie haben instinktiv Vertrauen zu ihm und Respekt vor seinen
Entscheidungen. So muss Wanja auf Hunde gewirkt haben. Die Hunde aus dem Rudel:
Das Fenster an meinem Schreibtisch führte genau auf den Hof und so verfolgte ich das Treiben vor mir mit Interesse, wenn ich Lieder schrieb. Ich hatte damals noch keine Ahnung davon, dass ich ein Studium genoß, das mir heute im Wesentlichen meine Arbeit ermöglicht. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland und einer zweijährigen
anstrengenden Tournee vorwiegend in Westdeutschland, beschloß ich,
2000 zu pausieren. Wanja und der größte Teil des Rudels lebten
nicht mehr und meine Sehnsucht nach einem Hund war sehr groß. Ich
ging ins Tierheim und fand Viktor. Die Gleise für meinen zweiten Berufsweg waren gelegt. Warum sollte ich nicht auch anderen Hunden helfen können, wenn ich doch den alten, völlig gestörten Viktor heilen konnte, der im Alter von 12 Jahren (er war bereits 11 als ich ihn aufnahm)sogar noch eine Therapiehundeausbildung absolvieren konnte und bis heute (er wird im Juli 2010 18 Jahre alt) mit Feuereifer einmal die Woche als Therapiehund mit Demenzerkrankten arbeitet. 2002 begann ich hauptberuflich meine Arbeit als Hundetrainerin und Verhaltenstherapeutin. Ich behandelte und trainierte seitdem ca. 5000 Hunde und gründete 2007 meine Hundeschule "Dog-Institut", deren Konzept 2008 von Klaus Wowereit ausgezeichnet wurde. Ich hatte Erfolg mit meiner Arbeit, aber mein Bauchgefühl
sagte mir die ganze Zeit, dass etwas Wesentliches fehlte. Eine Kommunikation,
die nicht auf unserer menschlichen Ebene stattfindet. Ich fragte mich z.B. was Wanja getan hätte, wenn er
gewollt hätte, dass ein Hund nicht vor ihm läuft, sondern hinter
ihm oder neben ihm. Ich übersetzte sein Tun auf eine menschliche
Handhabung und schaffte die Leinenführigkeitskurse ab. Bei mir persönlich
dauert es ca. 3 Min. bis ein Hund an lockerer Leine läuft. Ich sage
ihm einfach in seiner eigenen Körpersprache, dass ich nicht möchte,
dass er vor mir läuft. Das ist alles. Diese Sprache bringe ich heute
den Menschen bei, die mit ihrem Hund in seiner Muttersprache ohne Umwege
kommunizieren möchten und ein monatelanges "Stehenbleiben"
und "in andere Richtungen laufen" vermeiden wollen, um Leinenführigkeit
zu erreichen. (Ich habe mit diesen Methoden früher selbst gearbeitet
und es tat mir immer leid, wie frustrierend sie für Mensch und Hund
sind.) Viele von Trainern konstruierte Ideen, Hunde zu erziehen und mit ihnen zu arbeiten, erscheinen mir im Vergleich zu Wanjas Verhalten völlig irre. Kunden rufen mich an und sagen, die Angststörung ihres Hundes wurde bisher mit einem Futterbeutel oder fliegenden Tennisbällen behandelt. Die Idee dahinter, den Hund abzulenken, wenn ein Angstobjekt- oder Subjekt auftaucht, funktioniert bedingt, wenn man monatelang Zeit hat, eine solche Desensiblisierung durchzuführen. Sicher bleibt das Ergebnis nicht. Mit dieser Methode bleibt ein Hund ein "Wackelkandidat" und sein Mensch wird nie genau wissen, ob er wirklich berechenbar reagiert, weil er eben nicht auf den Menschen reagiert, sondern auf Bälle und Futter. Ein ängstlicher Hund jedoch, geführt von einem souveränen anderen Hund, würde keine Ablenkung erfahren, sondern souveräne FÜHRUNG. Er würde sich für ein uneinschätzbares Objekt/Subjekt nicht mehr verantwortlich fühlen und seiner Führung blind vertrauen. Diese Führung lehre ich, zusammen mit Mitarbeiterinnen,
die ich ausbildete im Dog-Institut Berlin. |









