Erste Hilfe - Notfallmaßnahmen durch den Tierhalter


Im Notfall richtig zu handeln und die Zeit zu überbrücken, bis Ihr Tier in professionelle Hände kommt, kann sehr, sehr wichtig sein. Da man in Notsituationen aber oft nicht mehr in der Lage ist, einen klaren Gedanken zu fassen und eher panisch reagiert, sind hier die wichtigsten Notfallmaßnahmen zum Nachlesen zusammengefasst:


1. Verletzungen (z. B. Verkehrsunfall, Sturz, Beißerei)

Bewußtlosigkeit: Um Ihrem Tier die Atemwege frei zu halten und so ein Ersticken zu verhindern, ist die Zunge vorzulagern und eventuell Erbrochenes oder Blut aus Fang und Rachen zu entfernen.
Akute Lähmung: Wegen der Gefahr der Wirbelsäulenverletzung ist der Patient äußerst vorsichtig zu lagern und unbedingt auf einer festen Unterlage (z.B. Brett, bei kleineren Tieren im Wäschekorb oder festem Karton) zu transportieren.
Tiefe Wunden, freiliegende Organe: Um zu vermeiden, daß Schmutz in die Wunde gelangt oder Organe austrocknen, muß die Verletzung mit sauberen, feuchten Tüchern (z.B. steril aus dem Verbandskasten) abgedeckt werden. Außerdem ist dafür zu sorgen, daß Ihr Tier nicht lecken oder sich gar selbst verstümmeln kann.
Knochenbrüche: Eine Schienung kann die schlimmsten Schmerzen verhindern - eine aufgerollte Zeitung, ein Stück fester Karton oder Holz können hierbei als Schiene dienen und mit einer Mullbinde an der Gliedmaße fixiert werden. Offene Brüche sind ebenfalls sauber abzudecken.
Starke Blutungen: Um einen riskanten Blutverlust zu verhindern, ist sofort ein zuverlässiger Druckverband anzulegen. Kompressen aus dem Verbandskasten oder ein sauberes Tuch werden dabei fest auf die Wunde gedrückt, ein Druckverband angelegt und mit einem Gürtel, Schlauch o.ä. kann die betroffene Region abgebunden werden.
Schock: Tiere im Schock kühlen schnell aus und sind daher warmzuhalten.
In allen Fällen umgehender Transport des Patienten in die Tierarztpraxis!

2. Vergiftungen
Das Tier ist so schnell wie möglich zum Tierarzt zu bringen, da durch den Tierhalter keine speziellen Notfallmaßnahmen möglich sind. Um möglichst gezielt und effektiv behandeln zu können, ist es wichtig das Gift zu kennen. Bringen Sie daher alle verfügbaren gifthaltigen Substanzen, wie z.B. Restmaterial, Verpackung, Köder, Erbrochenes des Patienten o.ä. zum Giftnachweis mit.


Ganz wichtig in Notfällen ist auch, den Tierarzt frühzeitig zu verständigen, damit alles entsprechend für den Notfallpatienten vorbereitet werden kann.


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