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Durchfall beim Hund -
Wo kommt er her, was kann ich tun? Man unterscheidet zum Einen nach der Dauer: Bei den akuten, entzündlichen Durchfallerkrankungen (Bakterien, Viren) kommt es nun zur Störung dieses System, das sich mit Resorption (Flüssigkeitsaufnahme aus dem Darm) und Sekretion (Flüssigkeitsabgabe in den Darm) im Gleichgewicht befindet. Man unterscheidet sekretorische und exsudative Durchfälle. Bei sekretorischen Durchfällen (z.B. durch Bakterientoxine) überwiegt die Flüssigkeitsabgabe in den Darm über die Resorption aus dem Darm, das Gleichgewicht ist gestört und es kommt zum Durchfall. Am schwerwiegensten sind exsudative Durchfälle, da
es sich hierbei nicht nur um eine Funktionsstörung handelt, sondern
Darmzotten und Darmwand werden geschädigt und sogar zerstört,
verlieren ihre Permeabilität, so daß Exsudat (Körperflüssigkeit)
und sogar Blut (z.B. blutiger Durchfall bei der Parvovirose - "Katzenseuche"
des Hundes) in das Darmlumen treten. Wurmbefall im Darm kann vor allem bei Welpen zu Darmproblemen führen. Durch den Wurmbefall kommt es nicht nur zu einem zum Teil nicht unerheblichen Blut- und Nährstoffverlust, sondern auch zur Darmreizung, die sich je nach Abwehrlage in mehr oder weniger starkem Durchfall äußert. Auch hier muß ihr Tier zum Tierarzt, der anhand einer Kotuntersuchung die vorhandenen Parasiten identifizieren und im Anschluß gezielt entwurmen und behandeln kann. Regelmäßiges Entwurmen beugt diesem Problem vor. Nicht entzündliche Durchfälle sind im wesentlichen auf Fütterungsfehler zurückzuführen und "osmotisch" bedingt, d.h. hier wurden mit der Nahrung osmotisch aktive ("wasserbindende") Stoffe aufgenommen, die eine Flüssigkeitsansammlung im Darm auslösen, die nicht resorbiert werden kann. Ursächlich kommen hierfür unvermittelter Futterwechsel, zuviel Futter, zuviel Kohlenhydrate, verdorbenes, verunreinigtes, auch zu kaltes oder zu fettreiches Futter in Frage. Auch durch chemische Substanzen und Gifte wie z.B. Insektizide kann es zu einer erhöhten Sekretion der Darmdrüsen und/oder zu einer verminderten Resorption an den Darmzotten kommen. Nicht zu unterschätzen sind auch "nervös-" bzw. "streßbedingte" Durchfälle, denn Tieren schlagen Prüfungsangst oder Wettkampfstreß genauso auf den Magen-Darm-Trakt wie uns Menschen. Auch Aufenthalte in Tierpensionen, die Hektik bei Hundeausstellungen oder lange Autofahrten in den Urlaub, oft verbunden mit abruptem Klimawechsel, können zu diesen Durchfällen führen, die auf eine "nervös" gesteigerte Darmmotorik zurückzuführen sind. Meistens sind diese Durchfälle unkompliziert und das
Allgemeinbefinden des Hundes ist nicht beeinträchtigt. In der Regel
genügt hier als Therapie ein Fastentag und eine sich anschließende
Magen-Darm-Diät über einige Tage. Abgesehen von einer Magen-Darm-Diät ist bei Durchfällen
aller Art das Füttern von Futterergänzungsmitteln (z. B. Canikur®
beim Tierarzt erhältlich), sinnvoll, die den Elektrolytverlust durch
den Durchfall ausgleichen und somit gleichzeitig dem erhöhten Wasserverlust
entgegenwirken (Rehydration), Adsorbentien enthalten, die als Schleimhautschutz
dienen ("Abdichten" der geschädigten Darmschleimhaut),
gleichzeitig aber auch schädliche Abbauprodukte, Bakterien und Toxine
"aufsaugen" und somit inaktivieren, sich durch einen erhöhten
Rohfaseranteil auszeichnen, durch den die Darmpassagezeit verlängert,
die Wasserresorption erleichtert und somit eine Normalisierung der Kotkonsistenz
gefördert wird. Zusätzlich enthalten diese Präparate Glucose,
die zum einen als Energielieferant dient und zum anderen auch die Rückresorption
von Wasser unterstützt. |