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Der Fuchsbandwurm Zwei Bandwurmarten sind in Europa für gefährliche
Erkrankungen beim Menschen verantwortlich: der Kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus
multiocularis) und der Kleine Hundebandwurm (Echinococcus granulosus)
. Der Kleine Fuchsbandwurm ist ein fünfgliedriger, nur
wenige Millimeter (ca. 2 mm) großer Bandwurm, der überwiegend
im Dünndarm des Fuchses vorkommt, sich aber leider auch bei Hund
und Katze ansiedeln kann. Die Bandwürmer stoßen von Zeit zu
Zeit ihre Endglieder (Proglottiden) ab, die ungefähr 300 Eier enthalten.
Mit dem Kot abgesetzt gelangen sie in die Außenwelt. Wind, Regen
und Insekten verbreiten nun die winzigen (mit bloßem Auge nicht
sichtbar!) und leichtgewichtigen Eier wie Staub in der Umgebung. Im Darm der Zwischen- und Fehlwirte schlüpft aus dem Ei eine Hakenlarve, die sich in die Darmwand bohrt und über das Blutsystem in die Leber gelangt. Dort wächst sie langsam zur sogenannten Finne heran. Die Finne verhält sich wie ein bösartiger, bläschenförmiger Tumor, der wurzelartig in das umliegende Gewebe einwandert und es zerstört. Meistens ist die Leber betroffen, aber auch andere Organe wie Lunge oder Gehirn können befallen werden. Die Echinococcose entwickelt sich beim Mensch sehr langsam, über viele Jahre hinweg. Diagnostiziert hängen die Behandlungschancen vom befallenen Organ und dem Umfang der Gewebezerstörung ab. Die erkrankten und somit stark geschwächten Kleinnager sind nun leichte Beute für den Endwirt Fuchs, Hund oder Katze. In ihnen wachsen aus den Finnen die neuen Bandwürmer heran. Bereits 4 Wochen später stoßen sie die ersten Endglieder ab - der Kreislauf beginnt von neuem. Da Fuchs, Hund oder Katze selbst bei starkem Fuchsbandwurmbefall
keine Symptome zeigen, bleibt das Risiko für den Mensch oft unbemerkt.
Erschwerend kommt hinzu, daß die winzigen Proglottiden im Kot leicht
übersehen und ja auch nicht permanent ausgeschieden werden. Da in
Deutschland das Vorkommen der Echinococcose beim Mensch fast ausschließlich
auf den süddeutschen Raum (schwäbische Alb) beschränkt
ist, vermutete man jahrelang ein Auftreten des Kleinen Fuchsbandwurms
bei Füchsen nur in dieser Region. Einige Vorsichtsmaßnahmen sind daher empfehlenswert:
Allein das Waschen von Nahrungsmitteln kann zwar ein Infektionsrisiko
nicht ausschließen, aber auf jeden Fall mindern. Kochen dagegen
zerstört die Parasiten zuverlässig. Nach Waldarbeiten und Arbeiten
in waldnahen Gärten sind die Hände gründlich zu reinigen.
Hunde und Katzen, die Kleinnager verzehren, sollten aus Sicherheitsgründen
regelmäßig entwurmt (Präparate, die den Wirkstoff Praziquantel
enthalten!) werden. |