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Futtermittelallergie bei Hund und Katze
Definition:
Eine Futtermittelallergie ist eine überschießende Reaktion
des Immunsystems auf bestimmte Futterinhaltsstoffe.
Innerhalb des Immunsystems kommt dem Darm eine wichtige Bedeutung zu.
Die aufgenommene Nahrung wird während des Verdauungsprozesses in
Einzelbausteine zerlegt und die Nährstoffe über die Darmschleimhaut
in den Blutkreislauf aufgenommen. Bereits in der Darmschleimhaut finden
zum Schutz des Organismus eine Vielzahl von Abwehr- und immunologischen
Reaktionen statt. Ist der Körper gegenüber einem bestimmten
Futterbestandteils sensibilisiert, empfindet ihn die Immunabwehr als Fremdkörper
(Allergen) und reagiert mit sofortiger Aktivierung körpereigener
Abwehrzellen. Es kommt zur Histaminausschüttung und im Laufe einer
Kettenreaktion zur allergischen Reaktion an Haut und Schleimhäuten
(v.a. Darm).
Eine Futtermittelallergie muss nicht von Anfang an bestehen, sondern entwickelt
sich oft erst im Laufe von Jahren. D.h. das betroffene Tier wurde jahrelang
mit einem Futtermittel gefüttert, ohne dass es zu allergischen Reaktionen
kam. Hat sich gegenüber eines oder mehrerer Futterbestandteile eine
Allergie entwickelt, treten nach wiederholter Aufnahme dieser allergieauslösenden
Substanzen nun allergische Reaktionen auf. Man unterscheidet die "Allergie
vom Soforttyp", bei der es innerhalb von Sekunden bis Minuten zu
Symptomen kommt und die "Allergie vom Spättyp", hier treten
die allergischen Reaktionen erst Stunden bis Tage nach dem Kontakt auf.
Symptome:
Das Hauptsymptom bei Hunden und Katzen ist der Juckreiz. Typisch ist unaufhörliches
Kratzen ohne jahreszeitliche Schwankungen. Es kommt zu massiven Kratzspuren
mit Krustenbildung und Haarausfall - bei Katzen besonders im Kopf- und
Halsbereich. Als Folge dieser Hautverletzungen treten sekundär bakterielle
Hautentzündungen auf, die sich in Pustel v.a. im Rumpfbereich, Hautrötungen,
Läsionen und chronischen Ohrentzündungen äußern.
Bei Katzen kann es zu exzessivem Belecken kommen. Neben den Auswirkungen
auf die Haut, kommt es auch zu Reaktionen an den Darmschleimhäuten,
die sich besonders in Durchfall oder zumindest in erhöhtem Kotabsatz
(mehr als 3 - 4mal pro Tag) äußern. Häufig enthält
der Kot Schleimbeimengungen. Diese begleitenden Darmprobleme finden sich
aber nur bei ca. 15 % der Tiere mit Hautveränderungen aufgrund einer
Futtermittelallergie.
Allergieauslösende Nahrungsbestandteile:
Allergieauslösende Futtermittelbestandteile sind vor allem tierische
und pflanzliche Proteine (Eiweiße) und Kohlenhydrate. Mit großem
Abstand führend sind hierbei Rindfleisch und Milchprodukte. Aber
auch andere Nahrungsbestandteile wie z.B. Fisch, Schweine-, Geflügel-
oder Lammfleisch, Eier, Getreide- oder Sojaprodukte können Allergieauslöser
sein.
Substanzen wie Farb-, Geschmacks- und Konservierungsstoffe spielen entgegen
der weitverbreiteten Meinung als Auslöser von Futtermittelallergien
nur eine geringe Rolle.
Die meisten Futtermittelallergiker reagieren nur auf einen bestimmten
Futterbestandteil. Reagiert der Allergiker auf mehrere Futterinhaltsstoffe
spricht man von Polysensibilisierung.
Diagnose:
Vorbericht und klinisches Bild geben Hinweise auf eine Futtermittelallergie.
Bestätigt wird der Verdacht durch eine sogenannte Eliminationsdiät.
D.h. es wird eine Diät gefüttert, die bisher nicht oder kaum
verwendete, hypoallergene Proteine (Ente, Capelin, Lamm) und Kohlenhydrate
(Reis, Tapioca, Kartoffel) enthält. Außer diesem Futter darf
absolut nichts (!!!) anderes gefüttert werden, also keine Leckerchen,
kein Büffelhautknochen oder Schweineohr, keine Vitamintabletten oder
sonstige Nahrungsergänzungsmittel, keine Tischreste - nichts!
Eine solche Eliminationsdiät muss strikt und mindestens 10 - 12 Wochen
eingehalten werden. Kürzere Zeitabstände sind nicht ausreichend.
Bessert sich der Zustand des Patienten (besonders Juckreiz deutlich reduziert)
in dieser Zeit, folgt der sogenannte Provokationstest mit den einzelnen
Komponenten des Originalfutters. Durch Wiederauftreten der Allergiesymptome
kann so die Diagnose Futtermittelallergie bestätigt und das verantwortliche
Allergen herausgefunden werden.
Therapie:
Allergieauslösende Futterbestandteile sind in Zukunft bei der Fütterung
konsequent zu meiden. Am einfachsten und ohne ernährungsphysiologische
Risiken ist das Füttern eines qualitativ hochwertigen hypoallergenen
Diätfutters, das die verantwortlichen Allergene nicht enthält.
Bei selbstzubereiteter Nahrung muss dauerhaft eine Ration berechnet werden,
die mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen komplettiert wird.
Dabei muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Zusätze
verwendet werden, die versteckt, z.B. als Trägerstoff, Knochenmehl
oder andere unerwünschte Proteine enthalten.

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