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Angst vorm Jahreswechsel? Der erste Silvesterböller und der Hund verschwindet
wie eine Rakete unter dem Sofa, starr vor Angst. Der sonst so forsche
Vierbeiner verwandelt sich von einer Sekunde zur anderen in ein ängstlich
winselndes Häufchen Elend. Die zweckmäßigste Reaktion in entsprechenden Situationen (Silvesterknallerei, Blitz und Donner bei Gewitter, Platzpatronenlärm an Fasching) besteht deshalb darin, die Angst des Tiers scheinbar nicht wahrzunehmen und sein furchtsames Verhalten zu ignorieren. Versuchen sie ihren Vierbeiner statt dessen abzulenken. Holen sie sein Lieblingsspielzeug hervor und wenn das Ablenkungsmanöver gelingt, gibt es noch ein paar Leckerlis. So wird die Situation entschärft, - mit den angsteinflößenden Geräuschen in Zukunft Angenehmes verbunden und die Panik verschwindet allmählich. Je nachdem wie groß die Angst des Hundes ist, muß man eine regelrechte "Desensibilisierung" des Angsthasen durchführen. Angst kann auf schlechten Erfahrungen beruhen. Wurde ein Tier beispielsweise an Silvester (an Fasching oder während eines Gewitters) einmal von einem Feuerwerkskörper getroffen und verletzt, ist dies durchaus ein Grund fortan bei jeder Geräuschkulisse, die einem Feuerwerk ähnelt, in Panik auszubrechen. Angst kann aber auch angeboren sein - als Scheu vor allem Neuem. Hier ist es wichtig, daß die Möglichkeit zur Gewöhnung besteht. Welpen gewöhnen sich ganz unbewußt an laute Geräusche. Deshalb sollte man sie vor Lärm oder angsteinflößenden Situationen nie abschirmen oder ihnen gar den Eindruck einer Bedrohung vermitteln. Sitzt die Angst nämlich erst einmal tiefer, wird eine
richtige Gegenkonditionierung mit regelmäßigen Übungsstunden
nötig. Hierzu spielt man dem Hund den panikauslösenden Lärm
(Silvesterknallerei, Gewitter o.ä.) per Kassetten- oder Videorekorder
so leise vor, daß er ihn nicht stört und man nicht mit negativen
Reaktionen seitens des Tieres rechnen muß. Währenddessen gibt
es Streicheleinheiten, Spielchen und Belohnung. Der negative Effekt der
Bandaufnahme ist im Vergleich zu dem Verwöhnprogramm so gering, daß
die belohnungsbedingte positive Grundstimmung überwiegt. Sollte der Versuch trotz aller Mühe und Geduld fehlschlagen,
ist für die Silvesternacht der Einsatz von Beruhigungsmittel (Tranquilizern)
ratsam. Solche Medikamente sind wegen ihrer Nebenwirkungen auf keinen
Fall ohne tierärztlichen Rat und über längere Zeit zu geben!!! Auf ein ganz anderes Training im Umgang mit ängstlichen
Hunden schwört Tiertrainerin Linda Tellington-Jones. Mit ihrem bekannten
Tellington-Touch stärkt sie durch gezieltes Streicheln das Selbstbewußtsein
unsicherer und furchtsamer Tiere. Der zwischen die Hinter-beine geklemmte
Schwanz sagt ganz deutlich "Ich habe Angst!". Gleichzeitig nimmt
er dem Hund die Stabilität, denn eine eingezogene Rute kann die Bewegungen
nicht ausgleichen. Deshalb arbeitet die Tiertrainerin bei ängstlichen
Tieren gerade mit der Rute, um dem Hund ein gutes Körperfgefühl
und damit die nötige Sicherheit zu geben. Eine Hand bleibt dabei
am Hals des Tieres liegen, die andere tastet sich streichelnd nach hinten.
Man nimmt die Rute und kreist spielerisch erst in die eine, dann in die
andere Richtung. Nach einer Weile lockert sich der Hund. Dann kann man
vorsichtig vom Schwanzansatz die Rute ziehen, den Hund strecken. In gelöster
Haltung sieht die Welt für einen Hund ganz anders aus. Vor Angst
hält man den Atem an, man erstarrt. "Den Atem loszulassen belebt
die Nervenimpulse" - "Der neue Weg im Umgang mit Tieren"
von Linda Tellington-Jones. (Gerne leite ich Sie in dieser Massageform
an.)
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