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Die Hundeleishmaniose-Eine
gefährliche Urlaubskrankheit Weltweit kommen in den warmen Ländern verschiedene Leishmanienarten vor - es sind 88 Länder auf 4 Kontinenten (Ausnahme Australien) betroffen. Die Hundeleishmaniose tritt besonders in Lateinamerika, in allen Mittelmeerländern (Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland, Türkei, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko...) und in Portugal auf. Zahlreiche Wild- und Haustiere (z.B. Nagetiere, Füchse, Hunde und Katzen) stellen das Erregerreservoir dar, aber auch der Mensch kann als Reservoirwirt dienen. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch den Stich der weiblichen,
sogenannten Sand- oder Schmetterlingsmücke, die die mikroskopisch
kleinen Einzeller überträgt. Sandmücken sind kleine (2,5
- 3 mm), haarige, zweibeflügelte Insekten. Ihre Farbe reicht von
gelblich bis dunkelbraun. Tagsüber sind Sandmücken nicht zu
sehen, da sie in Ritzen und Spalten ruhen. Ihr Aktivitätszyklus beginnt
kurz nach Sonnenuntergang und dauert bis zum Morgengrauen an. Sie mögen
warme Nächte (nicht unter 16°C) und stechen meistens im Freien,
obwohl sie auch ziemlich häufig in Wohnräumen anzutreffen sind.
Die Sandmückensaison beginnt meistens im Mai und endet im September,
bei mildem Spätsommerklima auch erst im Oktober. Im Hund lebt der
Parasit in speziellen Zellen, den Makrophagen, die im Blut, in der Haut
und in inneren Organen vorkommen. Über die Makrophagen verteilen
sich die Leishmanien im gesamten Körper ihres Wirtes und vermehren
sich durch Zellteilung. Je nach Erreger und klinischem Erscheinungsbild unterscheidet man hier die viscerale Leishmaniasis (Leishmaniose der inneren Organe, z.B. Leishmania donovani donovani: "Kala-Azar" oder "Dum-Dum-Fieber", Leishmania donovani infantum) bzw. die cutane Leishmaniasis (Hautleishmaniose, z.B. Leishmania tropica major: "Aleppo- oder Orientbeule"). Haupterreger der Hundeleishmaniose ist Leishmania donovani infantum. Sie kann jahrelang unbemerkt bestehen (aber Ansteckungsgefahr!) oder äußert sich Monate nach der Infektion in recht unspezifischen, oft schubweise auftretenden Symptomen, wie sie genauso bei vielen anderen Krankheiten vorkommen können (Fieberschübe, Mattigkeit, gelichtetes Haarkleid, Abmagerung, Muskelschwäche, Durchfall). Umso wichtiger ist es, den Tierarzt im Krankheitsfall auf einen zurückliegenden Auslandsaufenthalt aufmerksam zu machen. Hochverdächtig ist eine nicht juckende Hautentzündung mit Haarausfall an Nasenrücken, Ohrspitzen und um die Augen herum ("Brillenbildung"). Es fallen große, leicht fettige, kreideweiße Schuppen auf. Diese Hautveränderungen können sich auf den ganzen Körper ausbreiten und bis zu Haut- und Schleimhautgeschwüren führen. Infolge Entzündung des Krallenbettes kommt es zu einem übermäßigen Krallenwachstum, das Krallenhorn wird brüchig. Die Bauchgegend kann durch Vergrößerung von Milz und Leber schmerzempfindlich sein, Nierenentzündung führt zu blutigem Urin, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt zu blutigem Kot, blasse Schleimhäute sind Zeichen der fortschreitenden Anämie. Die Körperlymphknoten sind vergrößert, es kommt zur Augenentzündung, zur Muskelentzündung mit starker Atrophie (Muskelschwund) speziell der Kopfmuskeln und zur Polyarthritis. Die Diagnosestellung erfolgt mittels spezieller Untersuchungen: Antikörpertest durch Blutuntersuchung und Leishmaniennachweis durch Gewebeproben von z.B. Lymphknoten oder Knochenmark. Die Behandlung der Leishmaniose sollte möglichst im Frühstadium erfolgen, denn zur Therapie müssen die Leber- und Nierenwerte noch in Ordnung sein. Die Behandlung ist aufwendig und kann mit großen Strapazen (Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, etc.) für den Hund verbunden sein. Die Prognose ist trotz intensiver Therapie über Wochen bis Monate vorsichtig zu stellen, obwohl sich der Behandlungserfolg dank neuer Medikamente sichtlich verbessert hat. Trotzdem wird mit der Behandlung meistens nur eine vorübergehende Besserung und nur in einem sehr geringen Prozentsatz Heilung erreicht. Rezidive müssen immer wieder behandelt werden. Ohne Behandlung sterben bis zu 90 % der Leishmaniosepatienten innerhalb eines Jahres, viele davon an einem Nierenversagen. Fehlen Sandmücken, ist das Zoonoserisiko (gegenseitige Ansteckung von Mensch und Tier) klein und beschränkt sich auf das gering einzustufende Ansteckungsrisiko über Hautwunden. Aus diesem Grund sollte man aber besonders bei Kindern und geschwächten Personen auf peinliche Hygiene achten oder sie von infizierten Tieren fernhalten. Um ihren Hund im Urlaub in den gefährdeten Gebieten
zu schützen, gibt es leider keinen spezifischen Schutz in Form einer
Impfung. Sie sollten im Urlaub deshalb folgende Ratschläge beherzigen:
Lassen sie ihren Hund zwischen Mai und Oktober von Sonnenuntergang bis
zum Morgengrauen im Haus. Zusätzlich sollten sie ihn mit Repellentien
oder Insektiziden schützen. So gibt es beispielsweise ein Antiparasitenhaldband,
das vor Flöhen und Zecken schützen, gleichzeitig aber auch das
Stechen der Sandmücke verhindern soll. Mit der Hundeleishmaniose
ist nicht zu spaßen - lassen sie sich deshalb rechtzeitig vor Reiseantritt
von ihrem Tierarzt beraten, wie sie ihren Vierbeiner am sichersten schützen
können, damit die schönste Zeit des Jahres nicht mit einem bösen
Erwachen endet.
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