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Schilddrüsenunterfunktion
- Hypothyreose
Links und rechts der Luftröhre liegen beim
Hund die paarigen Schilddrüsen, die von außen normalerweise
nicht zu fühlen sind. Hier werden die für den Körper so
wichtigen Schilddrüsenhormone - Thyroxin (T4) und Triiodthyronin
(T3) - gebildet, gespeichert und an den Organismus abgegeben. Schilddrüsenhormone
erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben - so spielen sie eine zentrale
Rolle im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel sowie im Wärmehaushalt
und sie sind an der Regulation anderer Hormone beteiligt. Der Zustand
einer physiologischen Schilddrüsenfunktion bezeichnet man als sogenannte
"Euthyreose".
Durch unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen, also einer
Schilddrüsenunterfunktion, kommt es zu einer Stoffwechselstörung,
die als "Hypothyreose" bezeichnet wird.
Vorkommen:
Die Erkrankung, die männliche und weibliche Tiere gleichermaßen
befallen kann, tritt meist im Alter von 1 - 6 Jahren auf. Hunde großer
Rassen sind häufiger betroffen. Für einige Rassen, wie z.B.
den Golden Retriever und den Dobermann, wird eine Rassedisposition vermutet.
Symptome:
Die Hypothyreose entwickelt sich in der Regel schleichend, oft über
Monate und Jahre hinweg. Da ein Mangel an Schilddrüsenhormonen Auswirkungen
auf alle Organe hat, sind die Symptome dieser Erkrankung sehr vielfältig:
Der Stoffwechsel wird herabgesetzt, worauf die Tiere mit Trägheit,
Leistungsschwäche und vermehrtem Schlaf- und Wärmebedürfnis
reagieren. Die Tierbesitzer berichten oft, dass ihr Hund schlapp und lustlos
wäre und "traurig" schauen würde.
Ganz typisch sind auch Haut- und Fellprobleme: Haarausfall, "Babyfell",
da vor allem die Deckhaare ausfallen, trockenes, stumpfes Haarkleid oder
auch sehr fettige Haut oder vermehrte Schuppenbildung, eitrige Hautentzündungen,
verdickte Haut, oft besonders ausgeprägt im Kopfbereich, vermehrte
Pigmentierung, chronische Ohrentzündungen.
Bei Hündinnen kann sich durch den Schilddrüsenhormonmangel die
Läufigkeit verschieben oder sogar ganz ausbleiben. Rüden können
mit Hodenathropie reagieren.
Herz-Kreislauf-Probleme kommen vor.
Durch Neurologische und neuromuskuläre Störungen können
Krämpfe, Ataxien, steifer Gang, Zehenschleifen, Kopfschiefhaltung
u.ä. ausgelöst werden.
Es kommt zu typischen Blutbildveränderungen.
Diagnose:
Zur Diagnosestellung wird dem Patienten nüchtern Blut abgenommen
und die Schildrüsenwerte bestimmt. Sollte das Ergebnis dieses "Schilddrüsenprofils"
nicht eindeutig sein, empfiehlt sich zur Diagnosesicherung ein sogenannter
"Stimulationstest" der Schilddrüse.
Therapie:
Ziel der Therapie ist die Aufrechterhaltung normaler Thyroxinspiegel während
des gesamten Tages. Der Mangel an eigenen Schilddrüsenhormonen wird
dabei durch die Gabe synthetischer Hormone (Levothyroxin) in Tablettenform
ausgeglichen. Eine deutliche Besserung der klinischen Symptome tritt meist
innerhalb von 4 Wochen ein, bis zur vollständigen Normalisierung
dauert es in der Regel mindestens 3 Monate. Die tägliche Dosis wird
zwar nach dem Körpergewicht des Tieres errechnet, muss aber individuell
angepasst werden. 6 - 8 Wochen nach Beginn der Substitutionstherapie sollte
daher eine erste Schilddrüsenhormonkontrolle durch Blutuntersuchung
erfolgen. Je nach Befund muss die Medikamentendosis entsprechend angepasst
werden. Angestrebt wird ein komplettes Verschwinden aller Symptome und
Schilddrüsenwerte im Normalbereich. Da die Schilddrüsenunterfunktion
selbst dabei aber nicht "geheilt" werden kann, muss die Behandlung
lebenslänglich fortgeführt werden.
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