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Mit Hund und Katze unterwegs Ferienzeit - Reisezeit, und immer mehr Vierbeiner dürfen Herrchen und Frauchen in den Urlaub begleiten. Da aber alle Urlaubsländer veterinärpolizeiliche Bestimmungen haben, sollte man sich frühzeitig nach den bestehenden Vorschriften erkundigen, damit die heißersehnte Ferienreise nicht schon an der Grenze endet. So ist fast überall die Tollwutschutzimpfung (auch bei Wohnungskatzen!) vorgeschrieben, die mindestens 30 Tage vor Reiseantritt erfolgt sein muss und nicht länger als 12 Monate (teilweise sogar nicht länger als 6 Monate) zurückliegen darf. Ganz wichtig ist auch ein Impfschutz gegen Staupe, Leptospirose, Parvovirose und Virus-Hepatitis beim Hund bzw. Panleukopenie bei der Katze, der zwar nicht überall gesetzlich vorgeschrieben, dafür aber umso wichtiger für ihr Tier ist. Lassen sie sich von ihrem Tierarzt am besten einen Internationalen Impfpass (Green-Cross-Certification) ausstellen, so kann es an der Grenze auch keine sprachlichen Verständigungsprobleme geben. Einige Länder verlangen darüber hinaus ein tierärztliches oder sogar amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, teilweise mit Nachweis einer durchgeführten Toxoplasmose- und Dermatomykoseuntersuchung, eine eindeutige Identifizierung des Tiers (Tätowierung oder Microchip), ein bestimmtes Lebensalter bei Jungtieren oder z.B. das Mitführen von Leine und Maulkorb. Besonders streng sind die Einreisebedingungen für Großbritannien,
Irland (genehmigungspflichtig, 6 Monate Quarantäne) und die skandinavischen
Länder (kostenpflichtige Einfuhrgenehmigung, Bluttest zur Kontrolle
der Immunität gegen Tollwut, bestimmtes Lebensalter, bestimmte Entwurmung,
viel Formalitäten!). Kümmern sie sich deshalb rechtzeitig um
die geltenden Einreisebestimmungen ihres Ferienlandes damit für eventuelle
Impfungen, Untersuchungen oder Labortests noch genügend Zeit zur
Verfügung steht. Aktuelle Auskünfte können beim Tierarzt,
Amtstierarzt, dem zuständigen Konsulat und dem ADAC erfragt werden.
Ab nächstem Jahr sollen die Einreisebestimmungen in der EU harmonisiert
und deutlich vereinfacht werden, aber diesen Sommer müssen wir uns
leider noch an die bestehenden Vorschriften halten. Dauert die Anreise länger, sollte die Fahrt durch häufige Pausen unterbrochen werden. Das tut nicht nur ihnen gut, auch ihr vierbeiniger Freund wird dankbar sein, Gassi gehen und Wasser trinken zu können. Besonders im Sommer muss für gute Belüftung im Auto gesorgt werden. Schwere oder langhaarige Rassen und ältere Tiere leiden besonders unter der Hitze im Auto, die selbst für uns z. B. im Stau fast unerträglich wird. Mit Rücksicht darauf muss man gegebenenfalls nachts fahren. Bei Tieren mit langem oder besonders dichtem Fell ist sogar zu überlegen, ob man ihnen nicht vor Reisen in den Süden einen luftigen Kurzhaarschnitt verpassen sollte. Lassen sie ihr Tier tagsüber möglichst nicht allein im Fahrzeug zurück. Zu schnell kann sich auch bei geringen Außentemperaturen das Wageninnere so stark aufheizen, dass Tiere einen qualvollen Hitzschlag erleiden. Für den Urlaubsaufenthalt empfehlen sich weitere Vorkehrungen: Halsband mit Namensschild und Urlaubsanschrift, Leine, Decke, Körbchen, Spielzeug, Bürste, Handtücher zum Abtrocknen, Fress- und Trinknapf und natürlich ausreichend gewohntes Futter, denn plötzlicher Futterwechsel kann selbst beim gesunden Hund Durchfall verursachen. Auch eine kleine Reiseapotheke, die zumindest Verbandsmaterial, Schere und Desinfektionsmittel enthält, sollte mitgenommen werden. Hier gehören auch Medikamente für eventuell bestehende Krankheiten hinein (Herztabletten, Insulin, Floh- und Zeckenschutz etc.). Unmittelbar vor Reiseantritt sollte man die Tiere nicht überfüttern, eventuell sogar fasten lassen, um Übelkeit und Erbrechen während der Fahrt zu vermeiden. Keine Angst - ein Fastentag schadet nicht! Neigt ihr Vierbeiner ohnehin zu Übelkeit oder übermäßiger Aufregung beim Autofahren, können Reisetabletten bzw. leichte Beruhigungsmittel, die ca. 30 - 60 Minuten vor Reiseantritt gegeben werden, Abhilfe schaffen. Am Urlaubsort angekommen erkundigen sie sich am besten rechtzeitig nach dem nächsten Tierarzt. Sie brauchen ihn hoffentlich nicht, aber es ist gut zu wissen, wo einer im Notfall wäre. Verarzten sie ihr Tier im Notfall auf keinen Fall aus ihrer eigenen Reiseapotheke. Hunde und Katzen vertragen unsere Medikamente zum Teil überhaupt nicht oder benötigen sie in völlig anderen Dosierungen. Ihr Tierarzt stellt ihnen sicherlich gern eine Reiseapotheke individuell für ihren Liebling zusammen. Durch Fernreisen in tropische oder Mittelmeerländer
werden unsere vierbeinigen Reisebegleiter dort leider auch mit Krankheiten
konfrontiert, die es in Deutschland nicht bzw. noch nicht gibt. Auf einige
dieser tückischen Infektionskrankheiten möchte ich dann nächstes
Mal eingehen. Durch Fernreisen in tropische oder Mittelmeerländer
werden unsere vierbeinigen Reisebegleiter dort leider auch mit Krankheiten
konfrontiert, die es in Deutschland nicht bzw. noch nicht gibt. Ziehen
sie deshalb vor Reiseantritt unbedingt ihren Tierarzt zu Rate, um wenigstens
die prophylaktischen Schutzmaßnahmen auszuschöpfen. Die Babesiose, auch Piroplasmose genannt, ist eine weltweit, vor allem aber in den Tropen und Mittelmeerländern vorkommende Protozoenkrankheit (Protozoen = kleine Einzeller), die durch Zecken übertragen wird. Leider sind auch bereits in Norditalien, Ungarn, der Süd- und Westschweiz und in der Region Basel Babesien aufgetreten. Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage bis 3 Wochen. Es kommt jetzt zur sogenannten Parasitämie, d. h. die Parasiten vermehren sich in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und zerstören sie dadurch (Hämolyse). Dann verschwinden die Parasiten vorübergehend aus dem peripheren Blut, 10 - 14 Tage später folgt eine zweite massivere Parasitämie. Falls sich die Hunde davon erholen, wechseln nachfolgend verschieden lange Ruheperioden mit unterschiedlich schweren Parasitämie- und Hämolysephasen ab. Die Symptome der Krankheit reichen von Mattigkeit und Schwäche, Fieber (bis 42°C), blassen Schleimhäuten (Anämie), rot- bis grünbraunem Harn, Ikterus, Leber- und Milzvergrößerung bis hin zum plötzlichen Tod bei geschwächten, kranken oder sehr jungen Tieren. Milde und chronische Verlaufsformen können medikamentell behandelt werden, bei starker Erythrozytenzerstörung werden bereits Bluttransfusionen notwendig und die Prognose wird immer ungünstiger. Als Prophylaxe ist daher die Zeckenbekämpfung ganz wichtig. Und sprechen sie ihren Tierarzt auch wegen Medikamenten zur eventuellen Vorbeugung vor Reiseantritt an. Es gibt nämlich einen Impfstoff (in Deutschland leider nicht auf dem Markt), der Hunden vor Auslandsreisen verabreicht werden kann. Die Impfung verhindert Todesfälle, Infektionen sind allerdings trotz Impfung möglich. Leishmaniose Die Leishmaniose, eine granulomatöse Haut- und Organkrankheit, ist auch eine Protozoenkrankheit, die ebenfalls aus endemischen Gebieten wie den Mittelmeerländern nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde. Bereits in der Region des Genfer Sees, um Paris und in der Normandie wird vom Auftreten von Leishmanien berichtet. Wilde Caniden (Fleischfresser), Nager, Hunde und Katzen stellen das Erregerreservoir da. Die Ansteckung erfolgt vor allem über Sandfliegen, der Erreger kann aber ebenfalls über Schmierinfektionen durch Hautverletzungen aufgenommen, eventuell sogar durch Speichel übertragen werden. Beim Mensch bezeichnet man die Erkrankung je nach Erreger als "Kala-Azar" oder "Dum-Dum-Fieber" (Leishmania donovani; Asien, Europa) bzw. als "Aleppo- oder Orientbeule" (Leishmania tropica; Mittelmeer, Nordafrika). Die Leishmaniose kann jahrelang unbemerkt bestehen (aber Ansteckungsgefahr!) oder äußert sich Monate nach der Infektion in recht unspezifischen, oft schubweise auftretenden Symptomen, wie sie genauso bei vielen anderen Krankheiten vorkommen können (Fieberschübe, Mattigkeit, gelichtetes Haarkleid, Abmagerung, Muskelschwäche). Hochverdächtig ist eine nicht juckende Hautentzündung mit Haarausfall an Nasenrücken, Ohrspitzen und um die Augen herum ("Brillenbildung"). Es fallen große, leicht fettige, kreideweiße Schuppen auf. Diese Hautveränderungen können sich auf den ganzen Körper ausbreiten und bis zu Haut- und Schleimhautgeschwüren führen. Die Bauchgegend kann durch Vergrößerung von Milz und Leber schmerzempfindlich sein, Nierenentzündung führt zu blutigem Urin, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt zu blutigem Kot, blasse Schleimhäute sind Zeichen der fortschreitenden Anämie. Die Behandlung der Leishmaniose ist nur in wenig fortgeschrittenen Fällen sinnvoll, sie ist teuer, aufwendig und mit großen Strapazen (Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, etc.) für den Hund verbunden. Die Prognose ist trotz intensiver Therapie äußerst vorsichtig zu stellen. Mit der Behandlung wird meistens eine vorübergehende Besserung und nur in einem sehr geringen Prozentsatz Heilung erreicht. Da die Ansteckung via Hautwunden möglich ist, sollte man auf peinlichste Hygiene achten. Besondere Vorsicht ist bei Kindern und geschwächten Personen geboten. Ehrlichiose Auch hier wird der Erreger (Rickettsien) durch Zecken übertragen. Die Ehrlichiose ist eine in tropischen und subtropischen Gebieten (südl. des 45. Breitengrads) Asiens, Afrikas und der Mittelmeerländer weit verbreitete Erkrankung (der Dt. Schäferhund reagiert besonders empfindlich). Die Krankheit beginnt mit einer akuten Phase, die sich in Fieberschüben bis 41°C, Appetitlosigkeit, Atemnot, Lymphknotenschwellungen, eitrigem Nasen- und Augenausfluß und intermittierendem Durchfall äußert. In schweren Fällen kann es darüber hinaus zur Hyperästhesie, zu Krampfanfällen, Muskelzuckungen, Lähmungserscheinungen der Hinterhand oder Gelenksentzündungen kommen. Hierauf folgt (auch ohne Behandlung) nach 6 - 17 Wochen entweder Heilung oder es entwickelt sich die chronische Phase als Ausdruck des Unvermögens, die Ehrlichien zu eliminieren. Rechtzeitig erkannt und behandelt ist die Heilungschance günstig, in fortgeschrittenen Fällen ungünstig. Dirofilariose Als parasitäre Herzerkrankung kommt die Dirofilariose im südlichen Europa und in Amerika vor. Übertragen werden die Larven der sogenannten Herzwürmer durch Stechmücken. Die adulten Würmer parasitieren im rechten Herzen und in den Pulmonalarterien, wodurch es zu Leistungsabfall, Husten, Atemnot und üblen Stauungserscheinungen kommt. Auf Dauer wird das Herz-Kreislauf-System nachhaltig geschädigt. Sie sehen, die "schönste Zeit des Jahres" kann Tücken für ihr Tier haben. Schützen sie es deshalb unbedingt zumindest gegen Zecken. Informieren sie sich bei ihrem Tierarzt, ob sie vor Reiseantritt prophylaktisch etwas tun können. Und falls ihr Tier erkrankt, und sie es mit unklaren Symptomen beim Tierarzt vorstellen, denken sie daran, den letzten Auslandsaufenthalt zu erwähnen, auch wenn dieser bereits Monate oder sogar länger zurückliegt. Die Inkubationszeit vieler exotischer Krankheiten kann nämlich sehr lange dauern. Sollten sie sich im Ausland in ein streunendes Kätzchen
oder einen herrenlosen Hund verlieben und ihm in Deutschland ein neues
Zuhause geben wollen, beachten sie zum einen, daß dieses Tier bereits
infiziert sein kann und zum andern, daß auch die Bundesrepublik
Einfuhrbestimmungen hat (Gesundheitszeugnis, gültige Tollwutschutzimpfung).
Bitte halten sie sich an die Bestimmungen, um nicht in Deutschland Krankheiten
einzuschleppen, die wir bei uns zum Glück noch nicht haben. So sind
z.B. durch Import spanischer Hunde und Katzen in deutsche Tierheime, Leishmaniosefälle
auch in Deutschland aufgetreten, obwohl die Tiere angeblich sogar getestet
waren. Das Problem hierbei ist die Diagnostik: Bluttests sind, vor allem
beim gesund erscheinenden Tier, äußerst unsicher. Sicherheit
verschafft nur die Untersuchung einer aufwendigen Knochenmarkpunktion,
die aber routinemäßig nicht durchgeführt wird. |