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Zahngesundheit beim Hund
Ein Welpe bekommt seine ersten Zähne im Alter von 4
- 5 Wochen. Der Verlust der insgesamt 28 Milchzähne (Ober- und Unterkiefer
je 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 6 Backenzähne) und der
Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt im Alter von 5 7 Monaten
und verursacht in der Regel keine Allgemeinsymptome. Die meisten Hunde
haben dann 42 Zähne (Oberkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne,
12 Backenzähne. Unterkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne,
14 Backenzähne) , das sind 10 Zähne mehr als der Mensch.
Probleme kann es geben, wenn Milchzähne persistieren,
d.h. wenn der Ersatzzahn am Milchzahn vorbeigleitet statt ihn rauszuschieben.
Meistens handelt es sich um persistierende Canini (= Eck- oder Fangzähne).
Besonders häufig betroffen sind Klein- und Zwergrassen. Man sollte
persistierende Milchzähne möglichst bald ziehen, da sie neben
infektiösen Komplikationen vor allem Zahnstellungsanomalien der bleibenden
Zähne verursachen können.
Am häufigsten sind die Zähne jedoch von den Folgen von Zahnbelägen
(Plaque) und Zahnstein bedroht. Als Fleischfresser besitzt der Hund ein
Gebiß, das weniger dem Zermahlen der Nahrung, sondern vielmehr dem
Ergreifen und Töten der Beutetiere und dem groben Zerreißen
als Voraussetzung zum Hinunterschlingen großer Fleischfetzen dient.
Die Zähne der Vorfahren unserer Hunde wurden durch regelmäßigen
Beutefang und -verzehr gereinigt, Zahnerkrankungen waren selten. Wir Menschen
wissen, wie es um unser Gebiß bestellt wäre, wenn wir nicht
regelmäßig Zähne putzen würden. Diese Folgen drohen
auch unserem Hund, denn die heute übliche Ernährung ist leider
nicht mehr bzw. nicht immer in der Lage, für ein gesundes Gebiß
zu sorgen.
In der Maulhöhle des Hundes gibt es eine Vielzahl von Bakterien,
die sich an der Zahnoberfläche festsetzen und vermehren. Zusammen
mit Nahrungsresten entstehen zunächst klebrige Beläge (Plaque).
Durch Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel in die Plaque werden
die Zahnbeläge zu Zahnstein. Zahnstein ist gelb, ocker, braun oder
grau und haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der
Fang- und Backenzähne.
Durch den mechanischen Druck des Zahnsteins und durch Giftstoffe der Plaquebakterien
entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen,
aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Fast immer hat der Hund
dabei Mundgeruch. Die Zahnfleischentzündung kann weiter fortschreiten
bis schließlich der gesamte Zahnhalteapparat betroffen ist. Die
Folgen sind bekannt: Das Zahnfleisch geht zurück (Parodontose), die
Zähne lockern sich und fallen aus oder müssen gezogen werden.
Plaquebakterien und ihre Gifte können schließlich im ganzen
Körper streuen und die Allgemeingesundheit gefährden (z.B. Herzprobleme,
Magen-Darm-Erkrankungen).
Lassen sie es nicht soweit kommen! Lassen sie die Zähne ihres Hundes
in regelmäßigen Abständen von ihrem Tierarzt kontrollieren
(z.B. beim jährlichen Impfbesuch). Massiver Zahnstein kann beim Tier
nur in Vollnarkose mit einem sogenannten Ultraschall-Zahnsteinentfernungsgerät
entfernt werden. Nach gründlicher Reinigung von Plaque und Zahnstein
wird die Zahnoberfläche noch poliert, um durch die glatte Oberfläche
das Wiederauftreten neuer Zahnbeläge zu verhindern bzw. auf jeden
Fall zu verzögern. Bei starker Zahnfleischentzündung, oder wenn
Zähne gezogen werden mußten, empfiehlt sich zusätzlich
eine Antibiotikumtherapie, in leichten Fällen reicht meist das Auftragen
einer desinfizierenden und gut haftenden Zahnfleischsalbe über mehrere
Tage. Die wirksamste Prophylaxe zur Verhinderung der Zahnsteinbildung
bzw. -neubildung (Schnelligkeit und Menge der Zahnsteinbildung sind abhängig
von Faktoren wie der genetischen Disposition, der individuellen Konstitution,
Speichelmenge, -qualität und Mineralkonzentration im Speichel, dem
pH-Wert in der Maulhöhle, der Fütterung usw.) ist das regelmäßige
Zähneputzen mit speziell für Tiere hergestellten Zahnbürsten
und Zahnpasten.
Man sollte bereits im frühen Alter damit beginnen,
den Hund an diese Prozedur zu gewöhnen. Trotzdem duldet nicht jedes
Tier das Zähneputzen. In diesem Fall können sie ihm regelmäßig
spezielle enzymhaltige Kaustreifen oder Kauknochen anbieten. Durch mechanische
und enzymatische Reinigung der Zähne werden das Wachstum der Plaquebakterien
und die Zahnsteinbildung deutlich reduziert. Darüber hinaus gibt
es Spezialfuttermittel auf dem Markt, deren Pellets in Form und Struktur
so entwickelt wurden, daß sie das Hundegebiß beim Kauen (!)
reinigen. Bei den "staubsaugerartigen Schlingern" unter unseren
Vierbeinern bleibt dieser Effekt aber leider aus.
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